KlimakanzlerIn gesucht



Di, 24.11.2009
Expertenrat fordert vor dem UN-Klimagipfel Neuausrichtung der deutschen Wirtschaftspolitik


"Kopenhagen steht nicht nur für einen Klimagipfel. In Wirklichkeit wird es der wichtigste Wirtschaftsgipfel aller Zeiten", sagte Volker Hauff, der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, bei der 9. Jahreskonferenz des Expertengremiums. In einem vom Kanzleramt in Auftrag gegebenen Bericht zur Nachhaltigkeitspolitik kritisierte der Rat, der 2001 von der damaligen Bundesregierung ins Leben gerufen wurde, dass Deutschland unter seinen Möglichkeiten bleibe, während der globale Wettbewerb um Zukunftslösungen in Politik und Wirtschaft zunehme. Die Konjunkturpolitik der neuen Bundesregierung sei nicht geeignet, einer neuen Finanz- und Wirtschaftskrise vorzubeugen und Deutschland auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zu bringen. Die Vorhaben müssten sich viel stärker auf zukunftsfähige Wirtschafts- und Technologiezweige sowie auf Energieeffizienz konzentrieren. Eine entsprechende Strategie würde Deutschland auch erlauben, entschiedener bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen aufzutreten.

Zur Homepage des Rates für Nachhaltige Entwicklung: http://www.nachhaltigkeitsrat...ze=2amp%3Bblstr%3D0\t\t\t

Mo, 23.11.2009
Durch Klima-Kippeffekte drohen weltweit Milliardenschäden


Der Klimawandel wird nicht langsam und stetig verlaufen und nicht erst in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts seine dramatischen Folgen zeigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Allianz-Versicherung und der Umweltschutzorganisation WWF. Einzelne Klimaphänomene könnten bereits vor 2050 einen sogenannten Kipp-Punkt überschreiten, ab dem sie unumkehrbar sein und den weiteren Wandel noch zusätzlich verstärken werden. Dadurch drohen weltweite Schäden in Milliardenhöhe. Der Studie zufolge sind allein in den größten Küstenstädten der Welt Vermögenswerte von knapp 19 Billionen Euro gefährdet, weil schmelzende Polkappen zum Anstieg des Meeresspiegels und verheerenden Überflutungen führen könnten. Neben der Eisschmelze an den Polen zählen zu den Kipp-Punkten die Trockenheit in Kalifornien, die Veränderungen des Sommermonsuns in Indien und das Waldsterben am Amazonas.

Quelle: Major Tipping Points in the Earth’s Climate System and Consequences for the Insurance Sector, WWF und Allianz, November 2009.

Die Studie: http://assets.panda.org/downloads/plugin_tp_final_report.pdf

Mi, 11.11.2009
Ohne ein starkes Klimaabkommen wird Energie erheblich teurer




Ohne ein starkes Klimaschutzabkommen und bei einem Festhalten an aktuellen Trends der Energiepolitik werden sich die Preise für energiehaltige Rohstoffe stark erhöhen und es wird zu einem globalen Temperaturanstieg um 6 Grad Celsius kommen. Zu diesem Ergebnis kommt die Internationale Energie-Agentur (IEA) in ihrem neuesten Weltenergie-Bericht. Auf die Industriestaaten würden also nicht nur die zusätzlichen Kosten für die Bewältigung der Folgen der Erderwärmung zukommen - sie müssten sich auch auf eine Verdoppelung ihrer Energieausgaben in den nächsten 20 Jahren einstellen. Der Bericht plädiert daher für eine „solide Vereinbarung“ beim UN-Klimagipfel. Der globale Temperaturanstieg lasse sich nur durch einen radikalen Kurswechsel in der Energiepolitik auf unter 2 Grad begrenzen. Die Regierungen hielten „den Schlüssel in der Hand“, um Investitionen in einen kohlenstoffarmen Energiemix zu ermöglichen, so die IEA.

Quelle: World Energy Outlook 2009. Internationale Energie-Agentur (IEA), November 2009.

Der Bericht (Zusammenfassung): http://www.worldenergyoutlook...009/WEO2009_es_german.pdf

Do, 05.11.2009
Selbst einseitiger Klimaschutz spart Kosten


"Für Europa macht sich der rechtzeitige Einstieg in einen umfassenden Klimaschutz sogar im Alleingang durch deutlich niedrigere Kosten bezahlt", sagte Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), bei der Vorstellung der "Recipe"-Studie, die das PIK in Kooperation mit dem WWF und dem Allianz-Versicherungskonzern erstellt hat. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass zügiger und umfassender Klimaschutz Kosten spart. Investitionen in den Klimaschutz
würden das globale Wachstum bis 2050 um gerade einmal ein Jahr verzögern. Die Kosten zur Minderung des Treibhausgasausstoßes werden jedoch im Laufe des kommenden Jahrzehnts deutlich ansteigen. Im Gegenzug sinken die Chancen, den Klimawandel aufhalten zu können, und nach 2020 schließt sich das Handlungsfenster für ambitionierten Klimaschutz ganz.

Die Studie (Zusammenfassung): https://www.allianz.com/static..a/documents/recipe_de.pdf

Di, 03.11.2009
Pressemitteilung: Große Mehrheit der Deutschen für Teilnahme Merkels am UN-Klimagipfel in Kopenhagen


Angesichts der kritischen Situation bei den UN-Klimaverhandlungen möchte die Mehrheit der Deutschen größeres persönliches Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel, um die Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen zum Erfolg zu führen. Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Kampagne KlimakanzlerIn gesucht wollen 90 Prozent der wahlberechtigten Deutschen, dass Angela Merkel im Dezember persönlich am entscheidenden UN-Klimagipfel in Kopenhagen teilnimmt. Unter den Anhängern von CDU/CSU wollen sogar 95 Prozent, dass die Kanzlerin dem Beispiel des britischen Premiers Gordon Brown folgt, der eine Gipfelteilnahme bereits angekündigt hat. Zudem sind 82 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Angela Merkels Ansehen steigt, würde sie eine führende Rolle beim Kampf gegen den Klimawandel einnehmen.

Die Umfrageergebnisse können Sie hier herunterladen.

Do, 29.10.2009
„Wir betreten Neuland“




Matthias Page schweißt bei WeserWind gigantische Stahlspinnen für Offshore Windparks zusammen

Foto: Rolf Schulten | Text: Matthias KrauseAn der Tür des Containers, der sich zum Bauplatz öffnet, hängt ein schlichter Zettel: „Arbeitstag 10 Stunden“. Matthias Page zuckt mit den Schultern: „Was sollen wir machen, wir müssen fertig werden.“ Dann setzt er den weißen Schutzhelm auf und stapft vier Stahlriesen entgegen. Wie dreibeinige rostige Monsterspinnen ragen sie 20 Meter hoch in den blau-grauen Spätsommerhimmel von Bremerhaven.